Faszination Amphibien

Amphibien sind faszinierend in jeder Hinsicht! Ihre Anpassungsfähigkeit, Anatomie und ihre fantastischen Sinnesleistungen- ein grandioses Produkt von 360 Millionen Jahren Evolution!

Systematik

Reich:Animalia (Tiere)
Unterreich: Metazoa (Vielzeller)
Abteilung: Eumetazoa (Gewebetiere)
Unterabteilung: Bilateria (bilateralsymmetrische Tiere)
Stammgruppe: Deuterostomia (Rückenmarkstiere)
Stamm: Chordata (Chordatiere)
Unterstamm: Craniata
Überklasse: Gnathostomata (Kiefermäuler)
Klasse: Amphibia (Amphibien)
          
                                                           

Herkunft und Entwicklung

Die Erfolgsgeschichte der Amphibien begann vor etwa 500 Millionen Jahren. Es entwickelten sich die ersten Wirbeltiere im Meer, die mit einem Rückgrat ausgestattet waren. In den folgenden Jahrmillionen entwickelte sich in den Ozeanen eine Vielzahl an verschiedenen Fischen. Aus Fischarten, die in flachen Küsten- und Binnengewässer bewohnten, gingen vor etwa 360 Millionen Jahren die ersten Amphibien hervor- die sogenannten „Uramphibien“. Was sie zum Gang ans Land bewog, kann heute nur vermutet werden. Doch eines ist sicher: Der Übergang vom Wasser an Land erforderte grundlegende anatomische Neuerungen im Körperbau: die Umstellung von Kiemen- auf Lungenatmung, die Ausbildung eines inneren Skeletts (Stützstruktur), um den fehlenden Auftrieb des Wassers auszugleichen, sowie auch die Entwicklung von kräftigen Gliedern statt Flossen, um auf dem Land optimal vorwärts zu kommen. Die ersten Amphibien besassen noch einige Fischmerkmale, die Ursache dafür, dass sie die Nähe zum Wasser nie verliessen.

 

Die Klasse der heutigen Amphibien setzt sich aus drei Ordnungen zusammen:

 

  1. Blindwühlen (Gymnophona)
  2. Schwanzlurche (Urodela
  3. Froschlurchen (Anura)

 

Amphibien galten lange als artenärmste Wirbeltierklasse. 1980 waren lediglich ca. 4000 Arten bekannt. Doch im Jahre 2003 übertraf nur schon die Ordnung der Froschlurche mit etwa 4900 Arten die Artenanzahl der Säugetiere. In den Regenwäldern der Tropen werden immer noch Arten entdeckt. 

Aus: Unsere Amphibien /Naturhistorisches Museum Basel

Herausragende Anpassungsfähigkeit

Amphibien brauchen wegen ihrer wasserdurchlässigen Haut Feuchtigkeit. Diese finden sie nahe am Wasser. Der Grossteil der Arten gebrauchen Gewässer zur Fortpflanzung und Entwicklung der Larven. In den Tropen lebende Arten nutzen auch kleine Gewässer z.B. die Wasseransammlung in den Bromelientrichten, Blattachseln und Baumhöhlen. Bei anderen Arten wiederum entwickeln sich die Larven in der Eihülle von der Ablage bis zum schlüpfen.

Sogar in Wüsten leben einzelne Spezialisten. In diesem so amphibienfeindlichen Gebiet schlafen diese jahrelang tief im Boden, geschützt von einem Kokon aus Schleimabsonderungen. Während der kurzen Regenzeit kommen sie an die Oberfläche um zu fressen und sich fortzupflanzen.

 

Amphibien sind wechselwarme Tiere und daher auf die Umgebungswärme angewiesen. Deshalb findet sich in den feuchtwarmen Tropen die grösste Artenvielfalt. Doch in Richtung der Polargebiete nimmt die Anzahl Arten massiv ab. Europa gilt schon als „Amphibienartenarm“. Die Polargebiete sind für Amphibien lebensfeindlich, wie auch das Meer und Höhen ab 5000 m.ü.M.

Weitere Informationen über die einzelnen Ordnungen der Amphibien finden Sie hier:

 

A.H. (10. April 2009)