Froschlurche- Die grösste Ordnung der Amphibien
Frosch, Kröte oder Unke?
Die Klassifizierung der Froschlurche in Frösche, Kröten und Unken ist ohne wissenschaftliche Bedeutung. Wegen der Artenarmut in Europa fiel die Unterteilung in langbeinige, springende Frösche und kurzbeinige, eher laufende, warzige Kröten nicht schwer. Unken ähneln sich wegen ihrer warzigen Haut den Kröten. Sie gehören in Wirklichkeit aber zur Anurenfamilie der Scheibenzüngler (Discoglossidae), welche nur zehn Arten umfasst. In den Tropen fiel die simple Unterscheidung wegen der grossen Artenvielfalt nach äusseren Merkmalen besonders schwer. Dort entwickelten sich Vertreter unterschiedlicher Froschfamilien in denselben Lebensräumen ähnliche äussere Körperformen. Dieses Phänomen nennt man „Konvergenz“. In den Tropen ist nicht jeder warzige Froschlurch eine Kröte und mancher glatthäutiger Baumfrosch ist in Wirklichkeit eine baumbewohnende Kröte.
Faszination Anatomie
Die Anatomie ist bei den Froschlurchen ganz an ihre Lebensbedingungen angepasst. Sie besitzen einen kompakten, kurzen und schwanzlosen Körper mit deutlich grösseren Hinterbeinen als Vorderbeinen. Die Wirbelsäule ist bei den Froschlurchen stark verkürzt, recht starr und besteht aus höchstens zehn freien Wirbeln, dagegen die Schwanzlurche 20, die Blindwühlen 300 Wirbeln besitzen. Auch das Steissbein, das fest verbunden ist mit dem Schwanzwirbel, ist bei den Froschlurchen starr.
Wer kennt das Bild nicht? Der Frosch der den ganzen Tag umherhüpft. Dabei spielen die verlängerten Knöchel der Unter- und Oberschenkel eine wichtige Rolle. Sie bilden einen Hebelapparat, der weite Sprünge ermöglicht, die meist die Körperlänge um ein Vielfaches übersteigt.
Doch nicht alle Froschlurche sind „Weitspringer“. Kröten zum Beispiel kommen nur mit „hoppeln“ voran oder andere baumbewohnende Frösche kommen nur mit klettern vorwärts z.B. der Makifrosch.
Sinnesleistungen
Das Sehvermögen
Je nach dem entsprechenden Lebensraum und –weise ist die Bedeutung der einzelnen Sinnesorgane unterschiedlich gewichtet. Doch bei der Mehrzahl der Froschlurche ist das Auge das wichtigste Sinnesorgan. Viele besitzen grosse, weit aus der Kopfoberfläche herausragende Augen, die für einen guten Rundumblick von fast 360° sorgen. Nachtaktive Froschlurche können noch sehr geringe Lichtintensitäten wahrnehmen. Das obere Augenlid ist am Augapfel angewachsen und unbeweglich. Das untere, die sogennante Nickhaut, ist dagegen beweglich. Diese ist durchsichtig, gezeichnet oder einfarbig und schützt das Auge der Froschlurche, wenn diese ruhen oder springen. Das Auge der Tiere kann vor allem Bewegungen wahrnehmen, nicht aber unbewegte Gegenstände. Dies ist sehr gut bei der Fütterung zu beobachtet z.B. wenn ein Insekt regungslos vor einem Frosch sitzt, wird dieser es nicht beachten. Verrät sich das Insekt aber mit einem kleinen wippen mit den Fühlern, wird es sofort verschlungen.
Ob Froschlurche Farben erkennen, ist noch ungeklärt. Lange galten sie als farbenblind, obwohl auf der Netzhaut Zapfen (träger des Farbsehens) nachgewiesen wurden.
Neben dem von aussen zu sehenden Augen besitzen Froschlurche noch zwei andere wichtige Organe zur Lichtwahrnehmung. Das Pinealorgan liegt unsichtbar zwischen den Augen unter der Haut. Er ist mit dem Sehnerv mit dem Zwischenhirn verbunden. Die Epiphyse (Ausstülpung des Zwischenhirns) besitzt ebenfalls lichtempfindliche Sinneszellen. Beide Organe dienen der Orientierung nach der Sonne, der Steuerung des Tag- Nachtrythmuses sowie auch der Farbänderung.
Faszinierende Haut der Froschlurche
Ein ausführlicher Bericht folgt in Kürze!
Das Hautgift der Froschlurche
Ein ausführlicher Bericht folgt in Kürze!
A.H. (10. April 2009)
