Schwanzlurche

In weiten Teilen der Erde kommen die Schwanzlurche in über 350 Arten vor. Vor allem in bergigen und kühleren Regionen sind sie anzutreffen. Das spannende an den Schwanzlurchen ist, wie sie uns den ursprünglichen Bauplan der vierfüssigen Wirbeltiere aufzeigen: Der Körper ist gestreckt und trägt einen langen Schwanz; Arme und Beine sind fast gleich stark ausgebildet (vgl. Froschlurche mit kräftigen Hinterbeinen). Die Hand besitzt vier Finger, der Fuss fünf Zehen. Bei einigen Arten sind die Arme und Beine teilweise oder sogar vollständig zurückgebildet.

Die Nahrung besteht aus lebenden Tieren, die sie bewältigen können. Der Schwanzlurch bewegt sich zu Lande mit einer seitlich schlängelnden Bewegung seines Körpers fort. Die seitlich ausgestreckten Beine heben den Körper oft kaum vom Boden ab. Sie dienen mehr als stützende Dreh- und Fixpunkte. Das schwimmen gelingt ihm durch das Schlängeln mit angelegten Beinen. Arten, die sich hauptsächlich im Wasser aufhalten, besitzen einen flachen Ruderschwanz und verstärkten diesen während des Schwimmens noch durch einen Kamm. Wie die Fische zeigen die Schwanzlurche während des Wasseraufenthalts Seitenlinienorgane, die zur Orientierung im Wasser dienen, indem sie Wasserbewegungen, Druckunterschiede und vielleicht auch Duftstoffe wahrnehmen.

 

Manche Schwanzlurche verlassen das Wasser nie und behalten die Kiemen ihr ganzes Leben lang. Sie werden also im Larvenstadium bereits erwachsen und geschlechtsreif. Dieses Verharren im Larvenstadium nennt man „Neotenie“ oder „Paedomorphose“. Vereinzelt neotene Tiere sind bei uns zu finden zum Beispiel beim Bergmolch.

Salamander und Molche sind meistens kleine bis mittlere Lurche von 5cm bis 30cm Länge. Es gibt jedoch Ausnahmen. Zum Beispiel der heute sehr seltene Riesensalamander (Andrias japonicus) aus Japan. Dieser wird bis zu 1,5m lang. Dank Fossilien, die über 20 Millionen Jahren alt sind, wissen wir, dass die Riesensalamander einst die ganze Welt besiedelten.

A.H. (10. April 2009)